Pfarrkirche St. Peter


Pfarrkirche St. Peter Altheim. Stattliche Anlage der zweiten Hälfte des 15. Jhs. Das ursprünglich romanische Schiff wurde damals erhöht und um die Tiefe der Empore nach Westen verlängert. Der Chor laut datiertem Schlussstein 1456 angefügt. Südwestlich einspringender Turm mit spitzem Abschluss.


 






Pfarrkirche St. Erhard


Die Geschichte über den Bau einer Kirche und Errichtung einer selbständigen Pfarrei, kann einem Brief entnommen werden, den der damalige Bürgermeister Zöttl an das Bischöfliche Ordinariat am 01.02.1962 geschrieben hat, als ihm von Regensburg mitgeteilt wurde, dass wohl eine Kirche nicht aber ein Pfarrhof gebaut werden darf.
Er erwähnte darin eine Unterredung mit dem Altheimer Pfarrer Gehwolf, der ihm erklärte, es müsse in der Gemeinde Ohu unbedingt etwas unternommen werden, damit sie eine selbständige Pfarrei wird, da der Altheimer Friedhof mittlerweile zu klein war. Der Altheimer Pfarrer sei an der Sache so interessiert gewesen, dass er sogar einen Brief an das Ordinariat Regensburg geschrieben hat.
Es wurde umgehend ein Kirchenbauverein gegründet. Die Gemeinde Ohu stellte dem Kirchenbauverein 10.000 DM zur Verfügung, damit die Planungsarbeiten beginnen konnten. Weiterhin wurden von der Kirchenstiftung Altheim 10.000 DM für die Planfertigung und die Architektenkosten überwiesen. Außerdem zahlte die Gemeinde Ohu für den Bau eines Pfarrhofes 50.000 DM auf ein Sonderkonto ein. Bei Gegenüberstellung der Einzelangebote für Kirche und Pfarrhof gegenüber dem Gesamtangebot für Kirche inklusiv Pfarrhof erwies sich das Gesamtangebot um 47.930 DM niedriger, für dieses Geld konnte man damals bereits das Pfarrhaus bauen. Nachdem die Gemeinde Ohu von der Regierungsplanungsstelle bereits den Auftrag erhalten hatte, ein Gemeindezentrum einzurichten, wurden die Bebauungspläne gefertigt und genehmigt. Auch Erzbischof Michael Buchberger hat das Projekt, nach einem persönlichen Ortstermin und anschließender Rücksprache mit Architektenbüro Stadlbauer genehmigt und weiter empfohlen, die Pläne einzureichen. Er ist noch kurz vor seinen Tod nach Ahrain gefahren und hat sich über das Grundstück, auf welchem die Kirche, der Pfarrhof und der Friedhof errichtet werden sollten lobend geäußert und positiv bewertet. Das Architektenbüro Stadlbauer fertigte nun die Pläne und die Gemeinde Ohu reichte diese ein. Sie wurden vom bischöflichen Ordinariat Regensburg, dem Kultusministerium und allen sonstigen Stellen sofort genehmigt. Das bischöfliche Ordinariat wollte den Bau des Pfarrhauses nicht genehmigen. Der Kirchenbauverein bestand aber darauf und wollte nur dann eine Kirche bauen, wenn auch das Pfarrhaus erstellt werden darf. Nach äußerst schwierigen Verhandlungen wurde die Zustimmung dem Bischof abgerungen und erteilt unter der Voraussetzung, dass die Pfarrangehörigen die Geldmittel selber aufbringen würden. Eine große Freude bereiteten anschließend die ersten 25.000 DM, die Anfang März 1962 vom Ordinariat Regensburg überwiesen wurden.

Am Samstag, den 10.03.1962 wurde in Oberahrain der erste Spatenstich zum Bau der neuen Kirche St. Erhard ausgeführt. Neben dem abgesteckten, mit Sägemehl markierten und an den Eckpunkten mit Girlanden und Fähnchen geschmückten Grundriss des künftigen Gotteshauses hatten sich Pfarrer Kellner, aus Altheim, der als Vertretung des Bischöflich Geistlichen Rates Hofmann anwesend war, Bürgermeister Zöttl aus Ohu, und viele Ehrengäste, Hauptlehrer Strauß mit den Schulkindern eingefunden. Durch ein Girlandentor zog man dann in den künftigen Kirchenraum ein, wo an Stelle des Altares ein Holzkreuz errichtet war. Pfarrer Kellner von Altheim und Bürgermeister Zöttl führten die ersten Spatenstiche aus, auch Architekt Stadlbauer schloss sich diesem symbolischen Brauch an. Die Bauarbeiten begannen schließlich am 12.03.1962.

Am 6. Mai 1962 schreibt die Landshuter Zeitung:
"Im Rahmen einer von der ganzen Ortsbevölkerung mit gestalteten Feier wurde am Sonntag der Grundstein zur neuen St. Erhards-Kirche in Oberahrain gelegt. Die Zeremonie leitete Domkapitular Augustin Kuffner, Finanzdirektor der Diözese Regensburg in Anwesenheit vieler Geistlicher aus der Umgebung und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Nach der Weihe des Grundsteins und Vorlesung der Urkunde legte Domkapitular Kuffner die Kupferrolle mit den üblichen Beigaben in den Grundstein, der unter feierlichem Zeremoniell eingemauert wurde. Symbolische Hammerschläge erfolgten durch die anwesenden Ehrengäste. Der hohe Gast aus Regensburg beglückwünschte die Gemeinde und die Gläubigen zu dem hoffnungsvollen Beginnen und appellierte an alle, die in dem neuen Gotteshaus beten werden, in ihrer Opferbereitschaft nicht zu erlahmen."

Bericht aus der Landshuter Zeitung vom 17.11.1962:
"Zum Kirchenneubau St. Erhard konnte am Freitagnachmittag das Richtfest gefeiert werden. Vor dem stattlichen Rohbau des Gotteshauses fanden sich außer dem Architekten und seiner Gattin Bürgermeister Zöttl mit dem Gemeinderat und den am Bau Beteiligten auch Geistlicher Rat Hofmann, Landrat Graf Spreti, Kreisverwaltungsrat Blatner und Kreisbaumeister Spangenberg zum Richtfest ein. Eine herrliche Richtkrone schmückte den First der entstehenden Kirche. Dem Brauche nach begrüßte Zimmermeister Georg Heitzer aus Essenbach die Gäste mit einem sinnigen Richtspruch und nach traditionellen Trinksprüchen der Handwerker fand man sich im Gasthaus Mittermeier zu einer kleinen Feier ein. Nach den Glückwünschen des Landrats unterstrich der Architekt in einer gedankentiefen Rede die Bedeutung eines Kirchenbaues. "In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass gerade auf diesem Gebiet in der Architektur fundamentale Missverständnisse möglich sind. Als Richtlinie aber gelte: Der Kirchenbau erfordert die absolute Unterordnung unter den geistlichen Gehalt und fordert ein völliges Eingehen auf seine liturgischen Aufgaben." Bei einer kurzen Besichtigung des Neubaues durch die Gäste fielen die gut durchdachte Gestaltung des Gotteshauses und des angeschlossenen Pfarrhauses ebenso wie die räumliche Großzügigkeit im Kircheninneren angenehm auf."

Benediktion der Kirche
Hierüber teilt die Landshuter Zeitung am 25.11.1963 mit:
"Nach der Weihe des Portals und der Außenmauern durch Domkapitular Erhardsberger überreichte der Architekt Stadlbauer den Schlüssel zum Kirchenportal an Geistlichen Rat Hofmann, welcher die Kirche aufsperrte. Unter Halleluja-Klängen zog man in das Gotteshaus ein. In seiner Ansprache betonte der Domkapitular:
"Dieses Haus ist eine Stätte des Friedens und man müsste über das Portal schreiben: Hier ist ein Haus Gottes – die Pforte des Himmels. Alles Böse und Schlechte muss verschwinden, denn hier ist der Segen Gottes."
Anschließend zelebrierten die Geistlichen ein feierliches Hochamt zur Ehre des Kirchenpatrons, das vom Gesang des verstärken Kirchenchores unter Leitung von Pfarrer Pritscher umrahmt wurde. Es war ein denkwürdiger Tag für die neue Kirchengemeinde und die Glocken trugen weit über die Grenzen der Pfarrei diese Botschaft hinaus. Am 1. Juli 1964 wurde die bisherige Filiale der Pfarrei Essenbach zur Pfarrkurie erhoben. Das Ordinariat bestimmte den Seelsorgbereich der politischen Gemeinde Ohu – mit ganz geringen Abweichungen – zur Pfarrkuratie Ahrain. Am 12.07.1964 wurde schließlich der erste Pfarrer bzw. Pfarrkurat Josef Blüml durch BGR Hofmann während eines Festgottesdienstes eingeführt.
> Alle Voraussetzungen für eine neue eigenständige Pfarrei Ahrain waren somit erfüllt!

Am 30.09.1963 schrieb die Landshuter Zeitung dann folgendes:
"Die Festansprache mit nachfolgender Weihe der Glocken hielt Geistlicher Rat Hofmann. Er stellte die Glocken vor: Die größte wiegt 1025 kg, sie trägt die Inschrift Sancte Erharde, pasce Gregem tuum (Hl. Erhard, hüte deine Herde). Die zweite Glocke, welche 700 Kilogramm wiegt, trägt die Inschrift: Salve Regina (Gegrüßt seist du Königin). Die letzte und kleinste mit 525 kg ist die Sterbeglocke: Pie Jesu Domine, Dona eis Requiem (Du guter Jesus, gib ihnen Ruhe).
Er fügte hinzu: "Wenn die Glocken alle auf einmal läuten werden fürwahr, dann steigt ein Gewoge zum Himmel und erheischt Gnade und Fürbitte für uns alle. Wohlan, ihr Glocken, wenn ihr morgen aufgezogen werdet, so verkündet der ganzen Umwelt das Gloria! Singt, Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden."

Am 19. Juli wurde die St. Erhards-Kirche konsekriert. Die Weihe nahm Weihbischof Hiltl in Anwesenheit mehrer Priester aus Landshut und Umgebung vor. Der Konsekrator öffnete feierlich das Portal, durch welches die Geistlichkeit gefolgt von den Gläubigen in die Kirche einzog. Nachdem die Wände und der Fußboden der Kirche mit Weihwasser besprengt waren, führte er die Reinigung des Altars und die Weihe des Altarsteins durch. Danach ließ er symbolisch Gott von der Kirche Besitz ergreifen, indem der Bischof das Alphabet in griechischer und lateinischer Sprache in ein Aschenkreuz am Fußboden eintrug. Im zweiten Teil der Weihehandlung brachten die Geistlichen in feierlicher Prozession die Reliquien zweier heiliger Märtyrer in die Kirche, wo sie in den Altar eingemauert wurden. Der erste feierliche Gottesdienst in der neu konsekrierten Kirche war das vom Weihbischof zelebrierte Pontifikalamt mit Volksgesang. Die Gesamtkosten des Kirchbaues beliefen sich auf 577.375,99 DM, wovon die Bischöfliche Finanzkammer bis zum Termin der Kirchweihe 400.000 DM vergütet hatte. Nach diesen turbulenten und doch so wichtigen Jahren trat in der neuen Pfarrei St. Erhard die Ruhe des Aufbaues ein.


 


Filialkirche St. Andreas


Außenansicht:
Der viergeschossige quadratische Turm wird durch Spitzbogenblenden im zweiten und dritten Geschoss belebt. Einfache zarte Gesimse trennen die einzelnen Stockwerke voneinander. In der Glockenstube hängen zwei schlichte Glocken (16. und 17. Jahrhundert), die durch die Schalllöcher von außen zu sehen sind. Den Abschluss des Turms bildet ein Satteldach mit Wetterhahn.
Beim langgestreckten Kirchenschiff fallen von außen die drei Fensterachsen und die Spuren des alten zugemauerten Südportals auf.

Innenansicht:
Der Vorraum dient als kleine Marienkapelle. Die Decke bildet ein sternförmiges Netzgewölbe, das sich auf spitze Wappen stützt, während die achteckigen Birnstabrippen zu einem achteckigen Schlussstein streben.

Für das des Lesens unkundige Volk wurde das Langhaus mit Freskobildern von leuchtender Farbkraft geschmückt, die das Leben Jesu zum Inhalt haben. Darstellungen: Verlobung Mariä, Geburt Jesu, Taufe Jesu, Das letzte Abendmahl, Ölbergszene, Kreuzigung Jesu, und viele mehr. Während die Fresken des Langhauses der Unterweisung des Volkes dienten, sind die Darstellungen im Altarraum der Verherrlichung Christi gewidmet. Im Chor findet man ein spätgotisches Netzgewölbe auf gefassten Weidenpfeilern und ebensolchen spitzen Schildbögen. Die Wände und Gewölbefelder sind mit spätgotischen Wandmalereien bedeckt. In feierlicher Frontansicht blickt der thronende Christus auf den Betrachter. Die rechte Hand hat er zum Segen erhoben, in der linken hält er die Weltkugel. In der Mitte des Gewölbes, unmittelbar über dem Altar, sieht man auf zwei gegenüberliegenden Feldern das Schweißtuch Christi und das Lamm Gottes. Rundum folgen die Evangelistensymbole – der Löwe für Markus, der Adler für Johannes, der Engel für Matthäus und der Stier für Lukas. Alle Symbole sind von einem Heiligenschein umstrahlt und tragen Spruchbänder mit den Namen der entsprechenden Evangelisten. Engelgestallten mit und ohne Instrumente füllen die Stichkappen über den seitlichen Fenstern. Auf der Innenseite des Altarraums finden wir eine seltene Darstellung aus dem Alten Testament: Kain und Abel; In einem Getreidefeld versteckt sich der Teufel, während die Gotteshand auf das geopferte Lamm Abels hinweist.

Das große Deckengemälde stammt aus der Mitte des 18. Jh. und stellt den hl. Leonhard dar. Die Stifter des Bildes, angeführt von ihrem Pfarrer, schenken dem Heiligen ihre liebentbrannten Herzen, die ein Engel zum Himmel empor trägt und St. Leonhard reicht als Mittler diese Gabe an die Heiligste Dreifaltigkeit weiter. Nach der Kirchenrenovierung im 18. Jh. ließen sich die Altheimer Bauern etwas besonderes einfallen. Statt Namens- oder Nummerntafeln an ihren Plätzen anzubringen, wie es in vielen Kirchen üblich ist, ließen sie von einem bäuerlichen Maler ihren Schutzpatron mit Namen und Jahreszahl ehren. Im Eingangsbereich befinden sich eine Vielzahl von Votivtafeln, teil aus dem Jahre 1695.


 


Filialkirche St. Josef